„Definition
der Kennziffern der Besamung und Fruchtbarkeit“
Begriffe der Besamung und Fruchtbarkeit
alphabetisch
In Deutschland gibt es unterschiedliche Definitionen der Fruchtbarkeitskennziffern.
In der folgenden Kennziffernbeschreibung wird ein Kompromiss für eine einheitliche Kennzifferndefinition vorgestellt.
Belegungen sind Besamungen oder Bedeckungen.
In der Kennziffernberechnung wird also nicht zwischen Bedeckungen und Besamungen unterschieden. Im folgenden werden alle Belegungen als Besamungen gewertet.
In den neuen Bundesländern wurden Besamungen in der gleichen Brunst als Nachbesamungen und Wiederholungsbesamungen als erneute Besamungen nach dem Umrindern verstanden. Da jedoch vor allem im süddeutschen Raum diese Wiederholungsbesamungen als Nachbesamungen bezeichnet werden, werden im folgenden die Wiederholungsbesamungen und Nachbesamungen synonym für eine erneute Besamung in der Folgebrunst interpretiert.
Als Folge der Gleichsetzung von Nach- und Wiederholungsbesamungen wird eine erneute Besamung, deren Abstand zur jeweils vorhergehenden Erst- oder Nachbesamung bis zu 10 Tagen beträgt, als Doppelbesamung bzw. Folgebesamung in der gleichen Brunst bezeichnet. (In Baden Württemberg beträgt diese Differenz 15 Tage.)
Erstbesamung ist die erste
Besamung einer Färse bzw. die erste Besamung einer Kuh nach der Kalbung. Als
Erstbesamung gilt weiterhin jede Besamung, deren Differenz zur vorangegangenen
Besamung größer als 224 Tage ist (Minimale Trächtigkeitsdauer 210 Tage + minimale Rastzeit 15 Tage =
225 Tage).
Während der Besamungsindex (BI) den Gesamtaufwand an Besamungen für eine Trächtigkeit unter Einbeziehung der Besamungen der tragenden und nichttragenden Tiere charakterisiert, bezieht sich der Besamungsaufwand (BA) ausschließlich auf den Aufwand an Besamungen für die tragenden Tiere.
Analog trifft dies auch für den Portionsindex (PI ) und den Portionsaufwand (PA) zu.
Teilweise wird der Besamungsindex auch als Zahl der Besamungen je besamte Kuh definiert.
Besamungsindex (BI) = Anzahl aller Besamungen
/ Anzahl besamter Tiere
Diese Formel ist ungebräuchlich und widerspricht dem oben definierten BI.
Anteil der erkannten Brunsten (unabhängig ,ob besamt oder nicht) zwischen dem 45. und 65. Tag nach der Kalbung im Verhältnis zu den zur Brunstbeobachtung vorgesehenen Tieren
Die Brunstnutzungsrate kennzeichnet den Anteil an Kühen, die nach Ablauf der physiologisch bedingten Mindestrastzeit oder einer betrieblich festgelegten freiwilligen Wartezeit (FWZ) in einem Zeitraum von 21 Tagen erstbesamt wurden im Verhältnis zu den in diesem Zeitraum zur Brunstbeobachtung / Besamung vorgesehenen Tiere.
.
Trächtigkeit
Ein Tier wird als tragend gewertet, wenn zur letzten Besamung
1. das TU-Ergebnis „tragend“ vorliegt (die letzte Besamung kann auch eine EB sein) oder
2. nach 90 Tagen keine Nachbesamung (NB) erfolgte und kein negatives TU-Ergebnis vorliegt.
Abgänge wegen Unfruchtbarkeit sind als nicht tragend zu werten.
Bei der Ermittlung der Non-Return-Rate werden die TU-Ergebnisse nicht berücksichtigt.
In zentralen Auswertungen werden die Kennziffern zur Trächtigkeit erst ab 90 Tagen nach der betreffenden Besamung ermittelt.
Zur Berechnung der Trächtigkeitsraten (TREB, TRG) müssen die auswertbaren Besamungen ermittelt werden.
Die Trächtigkeitsrate sollte in der bisherigen Form unverändert beibehalten werden, da sie von den Besamungsstationen deutschlandweit einheitlich benutzt wird und einen hohen Bekanntheitsgrad hat.
Die Trächtigkeitsrate beschreibt den Anteil tragender Tiere zu einer definierten Bezugsgröße (Erstbesamung (EB), Nachbesamung (NB), Gesamtbesamung (GB).
Daraus
leiten sich folgende Spezifikationen ab:
Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB)
Trächtigkeitsrate aus der Nachbesamung i (TRNBi)
Trächtigkeitsrate gesamt (TRG)
Synonyme Bezeichnungen:
· Die Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB) wird auch als Erstbesamungserfolg (EBE) bezeichnet. Sie ist die Spezifikation der Konzeptionsrate (KR) für die erste Besamung.
· Die Trächtigkeitsrate aus der Nachbesamung i (TRNBi) entspricht der Spezifikation der Konzeptionsrate (KR) für die i.Besamung.
·
Die
Trächtigkeitsrate gesamt (TRG)
entspricht der Spezifikation der Konzeptionsrate
(KR) für alle Besamungen.
Für synonyme Bezeichnungen sollten generell die hier zuerst genannten einheitlich angewendet werden:
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Besamungsaufwand (BA) Trächtigkeitsindex (TI)
Besamungsaufwandnicht tragende(BANT) Nichtträchtigkeitsindex (NTI)
Besamungsindex
Gesamtindex
Doppelbesamung
Folgebesamung
in der gleichen Brunst
Nachbesamung Wiederholungsbesamung
Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen Erstbesamungserfolg
Trächtigkeitsrate aus der Nachbesamung i Konzeptionsrate i
Trächtigkeitsrate gesamt Konzeptionsrate
Güstzeit Zwischentragezeit, Zwischenträchtigkeitszeit, Serviceperiode
Erstkalbin
Jungkuh
Die Gesamtträchtigkeit (GESTR) ist von den Trächtigkeitsraten zu unterscheiden.
Sie bezieht die tragenden Tiere auf
die lebenden Tiere des Bestandes.
Die o.g. Trächtigkeitsraten haben als
Bezugsgröße ausschließlich Besamungen. Um jedoch das Trächtigkeitsergebnis der
zur Besamung vorgesehenen Tiere zu ermitteln, wird die Pregnancyrate empfohlen.
Die Güstzeit (GZ), Zwischentragezeit (ZTZ) und Serviceperiode sind identisch.
Kennziffern der
Besamung und Fruchtbarkeit:
Anzahl Abkalbungen x 100
Abkalberate =
Anzahl besamte Tiere
Richtwert: - Bestand über 90 %
Die anteiligen Färsenkalbungen sind ein Näherungswert für
die Reproduktionsrate. Sie gibt den Anteil der Färsenkalbungen an den
Gesamtkalbungen an.
Färsenkalbungen x 100
Anteilige Färsenkalbungen =
Kalbungen insgesamt
Richtwert: - Bestand maximal 33 %
Anzahl Besamungen oder
Gesamtbesamungen (GB)
Anzahl der Besamungen = Anzahl der
Erstbesamungen + Anzahl der Nachbesamungen.
Die Anzahl Besamungen wird erhöht, wenn die Folgebesamung in der nächsten Brunst durchgeführt wird, d.h. wenn die Differenz zwischen 2 aufeinanderfolgende Besamungen größer als 10 Tage ist. Sie wird dann als Nachbesamung interpretiert.
Die aufeinanderfolgenden Anpaarungen (Besamungen +
Folgebesamungen in der gleichen Brunst) innerhalb der Laktation werden fortlaufend
gezählt.
Liegt die Anzahl Portionen wesentlich mehr als 5 % über der Anzahl Besamungen, ist die Brunsterkennung zu überprüfen und die Brunstkontrolle zu intensivieren.
Als auswertbare Besamung werden alle Besamungen von Tieren
gezählt, die im Auswertungszeitraum liegen, die nicht vor dem Feststellen der
Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit), zu denen
ein TU-Ergebnis vorliegt oder bei denen mindestens 90 Tage nach der letzten
Besamung vergangen sind.
Auswertbare Erstbesamungen (AEB)
Als auswertbare EB
werden alle EB von Tieren definiert, die im Auswertungszeitraum liegen
und nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen
wegen Unfruchtbarkeit). Je nachdem ob die
Trächtigkeitsrate
aus Erstbesamungen oder die
Non-Return-Rate 90 berechnet
werden soll erfolgen weitere Präzisierungen.
Besamungsaufwand (BA) oder
Trächtigkeitsindex (TI)
Der BA gibt für tragende Tiere an, wie
viel Besamungen für deren Trächtigkeit erforderlich waren. Er bezieht sich
ausschließlich auf tragende Tiere.
Doppelbesamungen werden nicht berücksichtigt.
Anzahl der Besamungen der tragenden Tiere
BA =
Anzahl
tragender Tiere
Richtwerte: Bestand:1,8 Kühe:1,8 Färsen: 1,4
Daraus sind die
Unterschiede zum Besamungsindex
(BI) erklärbar. Der BI ist erhöht, wenn oft gute Zuchttiere mehr als
üblich besamt werden , um unbedingt ein Kalb zu erzeugen.
Der BA kann auch für nichttragende Tiere (NT) analog ausgewiesen werden:
Besamungsaufwand für nicht tragende Tiere (BANT) oder Nichtträchtigkeitsindex (NTI)
Anzahl der Besamungen der nicht tragenden Tiere
BANT =
Anzahl
nicht tragender Tiere
Achtung! Den BA nicht verwechseln mit dem Gesamtindex:
Besamungen insgesamt
Gesamtindex(GI) = _______________________
tragende Kühe
Der Besamungserfolg beschreibt den prozentualen Anteil der Tiere, die nach der jeweiligen Besamung (EB. NB1,NB2, ...) tragend geworden sind - siehe Konzeptionsrate (KR
Besamungsindex (BI) oder
Gesamtindex (GI)
Der Besamungsindex kennzeichnet die Anzahl Besamungen je Trächtigkeit. Doppelbesamungen
werden nicht berücksichtigt.
Anzahl der auswertbaren Besamungen der tragenden + nichttragenden Tiere
BI =
Anzahl tragender Tiere
Als auswertbare
Besamungen werden alle Besamungen von
den Tieren definiert, deren letzte Besamung im Auswertungszeitraum liegt, die
nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgänge wegen
Unfruchtbarkeit), zu denen ein Trächtigkeitsergebnis vorliegt oder die bis zu
90 Tagen nach der letzten Besamung nicht wieder besamt wurden.
Richtwerte: - Kühe: Unter 1,8 - Färsen: Unter 1,7
Die Richtwerte sind in Verbindung mit der RZ und der GZ zu bewerten.
Achtung: Nicht verwechseln
mit dem Besamungsaufwand
(BA)
Anzahl auswertbare Besamungen TR + Anzahl auswertbare Besamungen NTR
BI =
auswertbare Besamungen TR
Als
auswertbare Besamungen werden alle
Besamungen eines Besamungstechnikers definiert, die im Auswertungszeitraum liegen.
Zu jeder Besamung wird festgestellt, ob sie zur Trächtigkeit geführt hat (TR)
oder nicht (NTR). Zum Feststellen der Trächtigkeit bzw. Nichtträchtigkeit darf
die Kuh nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sein (außer
Abgänge wegen Unfruchtbarkeit), es muss entweder ein
Trächtigkeitsergebnis vorliegen oder sie darf bis zu 90 Tagen nach der letzten
Besamung nicht wieder besamt worden sein.
Wenn die Trächtigkeitsergebnisse nicht vorliegen, dann kann als Kompromiss der Besamungsindex (BI*) nach folgenden Formeln ermittelt werden:
Anzahl der durchgeführten Besamungen insgesamt
BI* =
Anzahl
besamte Tiere
BI je Besamungstechniker
Anzahl der vom Techniker durchgeführten Besamungen insgesamt
BI* =
Anzahl
vom Techniker besamte Tiere
Bestandsersatzrate (BESR) oder Bestandsergänzungsrate
Die
Bestandsersatzrate ist die Anzahl der Kühe eines Jahreszeitraumes, die ein
Betrieb einsetzen müsste, um die abgegangenen Kühe identisch zu ersetzen,
prozentual bezogen auf den Durchschnittsbestand.
BESR = ((Jahresanfangsbestand
Kühe + Kuhzugänge (aus Erstkalbungen
und Kuhzukäufen) -Jahresendbestand) x 100 ) /
Durchschnittskuhbestand
Richtwert: Bestand maximal 33%
Anteil der erkannten Brunsten (unabhängig, ob besamt
oder nicht) im Verhältnis zu den zur Brunstbeobachtung vorgesehenen Tieren.
Anzahl brünstiger Tiere x 100
BER =
Anzahl
zur Brunstbeobachtung vorgesehener Tiere
Die Anzahl zur Brunstbeobachtung /Besamung vorgesehener Tiere ergibt sich aus den
- noch
nicht besamten Kühen nach Ablauf der physiologisch bedingten Mindestrastzeit
(42 Tage pp )
bzw. freiwilligen Wartezeit
- noch nicht besamten zuchtreifen
Färsen, die die Optimalkondition mit 380 bis 420 kg Körpermasse bzw. ein
Mindestalter von 14 Lebensmonaten erreicht haben.
Diese Tiere dürfen weder zuchtuntauglich sein, noch einen Besamungsstopp haben.
Die Brunstnutzungsrate kennzeichnet
- den Anteil an Kühen, die nach Ablauf der physiologisch bedingten
Mindestrastzeit oder einer betrieblich festgelegten
freiwilligen Wartezeit (FWZ) in einem Zeitraum von 21 Tagen erstbesamt bzw.
- den Anteil an Färsen, die nach Erreichen der
Optimalkondition bzw. nach dem 14. Lebensmonat
erstbesamt wurden im Verhältnis zu den in diesem Zeitraum zur Brunstbeobachtung
/ Besamung vorgesehenen Tiere.
Anzahl erstbesamter
Tiere in 21 Tagen x 100
BNR =
Anzahl
zur Brunstbeobachtung / Erstbesamung
vorgesehener Tiere in 21 Tagen
Die Anzahl zur Brunstbeobachtung / Erstbesamung vorgesehener Tiere ergibt sich aus den
- noch nicht besamten Kühen nach Ablauf der physiologisch bedingten Mindestrastzeit (42 Tage) oder der FWZ bzw.
- noch nicht besamten zuchtreifen Färsen, die
die Optimalkondition bzw. ein Mindestalter von 14 Lebensmonaten erreicht haben.
Diese Tiere beziehen sich
auf den Zeitraum von 21 Tagen. Sie dürfen weder zuchtuntauglich sein, noch
einen Besamungsstopp haben. Die 21 Tage können sich entweder auf einen
Kalenderzeitraum von genau 21 Tagen beziehen oder auf ein durchschnittliches
Brunstintervall von 21 Tagen in einem frei wählbaren Zeitraum.
Im betrieblichen Controlling sind die physiologisch bedingte Mindestrastzeit bei Kühen und die Lebensmonate bei Färsen frei einstellbar.
Die BNR kann aus der Rastzeit (RZ) und der Wartezeit (FWZ) wie folgt berechnet werden:
21 * 100
BNR =
RZ – (F WZ – 21/2)
BNR 21/42/63
= Prozentsatz der Tiere, die innerhalb von 21/42/63 Tagen nach Ablauf der
freiwilligen Wartezeit besamt wurden
Die freiwillige Wartezeit (FWZ) ergibt sich entweder aus der physiologisch bedingten Mindestrastzeit oder der betrieblich festgelegten freiwilligen Wartezeit (FWZ)
Doppelbesamung oder Folgebesamung in der gleichen Brunst
Alle Folgebesamungen, deren Abstand zur jeweils vorhergehenden Erst- oder Nachbesamung 11 Tage innerhalb der gleichen Laktation unterschreiten, werden als Doppelbesamungen oder als Folgebesamungen in der gleichen Brunst bezeichnet.
Sie erhöhen nicht die Anzahl der Besamungen , sondern die Anzahl der Portionen.
Richtwert: Anteil der
Folgebesamungen an den Gesamtbesamungen unter 5 %
Es gibt 3 Möglichkeiten, den Durchschnittskuhbestand zu errechnen:
Durchschnittskuhbestand = (Summe der Futtertage aller (A+B)-Kühe für ein Jahr) / 365
Anfangsbestand + Summe der Monatsendbestände
Durchschnittskuhbestand =
Anzahl der Auswertungsmonate + 1
Durchschnittskuhbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) / 2
Der Durchschnittskuhbestand kann über beliebige Zeiträume berechnet werden.
Eine Erstbesamung
ist die erste Besamung einer Färse bzw. die erste Besamung einer Kuh nach der
Kalbung. Als Erstbesamung gilt weiterhin jede Besamung, deren Differenz zur
vorangegangenen Besamung größer als 224 Tage ist (Minimale
Trächtigkeitsdauer 210 Tage + minimale Rastzeit 15 Tage = 225 Tage).
Das Erstbesamungsalter ist das Alter eines Jungrindes bei der
Erstbesamung
EBA = Datum der ersten Besamung – Geburtsdatum
Richtwerte: 380 bis 420 kg Körpermasse, Lebensalter 14 – 18 Monate (426 bis 548 Tage)
Anzahl
tragende Tiere aus Erstbesamungen x 100
Teilweise wird der EBE auch als Synonym für die
Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB)
verwendet.
Der Erstbesamungsindex entspricht dem
Besamungsindex (BI) bezogen auf Erstbesamungen.
Das
Erstkalbealter ist das Alter der Färse bei ihrer ersten Kalbung
EKA = Datum der ersten Kalbung – Geburtsdatum
Richtwerte: 24 bis 26 Monate ( 730 bis 791 Tage)
Weibliches Jungrind ab der ersten Besamung. Ab der ersten Kalbung (Erstkalbung)wird die Färse zur Erstkalbin oder Jungkuh.
Das Färsenkonzeptionsalter ist das Alter der Färse beim
Erreichen der Trächtigkeit.
(Datum der letzten Besamung,
aus der die Färse tragend ist – Geburtsdatum)
FKA =
30,4375
Richtwerte: 16 bis 19 Monate ( 487 – 578 Tage)
DE KRUIF u.a. (1998) fassten mehrere Merkmale zu einem sogenannten Fertilitätsstatus (FS) nach folgender Formel zusammen:
Erstbesamungserfolg
Fertilitätsstatus (FS) =
-
Zwischentragezeit + 125
Besamungsaufwand
Richtwert: - Über 40
Folgebesamung – den Text löschen und von der Folgebesamung ... (Begriffe alphabetisch) zur Doppelbesamung verlinken
Freiwillige Wartezeit ist für Kühe die betrieblich
festgelegte Zeitspanne nach der Kalbung, in der kein Tier besamt werden soll.
Richtwert: Kühe 60 Tage nach der Kalbung (in Abhängigkeit von der Leistung und Körperkondition),
Färsen 15 Lebensmonate.
Sie sollte im Bestand über 45 und unter 70 Tagen liegen.
Gesamtbesamung (GB) siehe Anzahl Besamungen
Gesamtindex(GI) = Besamungen insgesamt / tragende Kühe
Der Gesamtindex(GI) entspricht dem
Besamungsindex (BI
Besamungen insgesamt
GI = ____________________
tragende Kühe
Im Gesamtindex sind im Gegensatz zum Besamungsaufwand (BA) bzw.Trächtigkeitsindex (TI) auch die Besamungen der nicht tragenden Tiere als Aufwand enthalten.
Sie berechnet sich aus dem
Zeitraum zwischen der Kalbung und der erfolgreichen Besamung.
Richtwerte: Bestand: 85 bis 125 Tage, Kühe: 42 bis125 Tage,
Konzeptionsrate
(KR) oder
Trächtigkeitsrate aus der Nachbesamung i (TRNBi)
Anzahl tragende Tiere nach einer bestimmten KBi x 100
KRi
=
Anzahl der jeweiligen Besamungen
Die Spezifikation der KR für die erste Besamung ist die Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB bzw. der Erstbesamungserfolg (EBE) .
Die Spezifikation der KR für die zweite und für weitere Besamungen ist die Trächtigkeitsrate aus der Nachbesamung i (TRNBi)
Die Spezifikation der KR
für alle Besamungen ist die
Trächtigkeitsrate gesamt (TRG).
Die Merzungsrate ist die Anzahl der (tatsächlich) gemerzten
Kühe bezogen auf den Durchschnittskuhbestand.
Anzahl Merzungen x 100
MR = _______________________
Merzungen sind: Normal-
und Hausschlachtungen, Verendungen und Nottötungen
Nachbesamung (NB) oder Wiederholungsbesamung (WB)
Alle Folgebesamungen, deren Abstand
zur jeweils vorhergehenden Erst- oder
Nachbesamung 10 Tage innerhalb der gleichen Laktation überschreitet, werden als
erneute Besamung in der Folgebrunst gewertet.
In die Anzahl der Nachbesamungen werden die
Doppelbesamung in der gleichen Brunst nicht mit einbezogen.
NR90 ist der Anteil der Kühe mit auswertbaren
Erstbesamungen die bis zu 90 Tagen nach der EB nicht wieder besamt
(wiedergekehrt) sind. Sie sind wahrscheinlich tragend.
Anzahl Tiere, die 90 Tage nach der EB nicht wieder besamt sind X 100
NR90 =
Anzahl
auswertbare EB für NR90
Als auswertbare EB für NR90 werden alle EB von Tieren gezählt, die im Auswertungszeitraum liegen, nicht vor dem 90. Tag nach der EB abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit) und bei denen 90 Tage nach der EB vergangen sind.
Als tragend werden für NR90 die Tiere gewertet, zu denen bis zum 90.Tag nach der EB keine weitere Besamung vorliegt. Ergebnisse der Trächtigkeitsuntersuchung werden nicht berücksichtigt.
Richtwerte: Bestand über 65 %, Kühe über 65 %, Färsen über 75 %
Non-Return-Rate 56 (NR56) = analoge Berechnung zu NR90 auf der Basis von 56 Tagen
Richtwerte: - Bestand über 75 %, Kühe über 75 %, Färsen über 80 %
Nutzungsdauer = Durchschnittsalter der Abgangskühe (außer
Abgang zur Zucht) – Durchschnittsalter dieser Kühe bei der 1. Kalbung
Physiologisch bedingte
Mindestrastzeit
Die physiologisch bedingte Mindestrastzeit wird durch die Zeit der Nachgeburtsphase, des
Gesamtpuerperiums bestimmt.
Sie beträgt 42 Tage. In dieser Zeit sollte keine Milchkuh
besamt werden.
Der Portionsaufwand ergibt sich aus der Anzahl Portionen (Anzahl
Besamungen und Folgebesamung in
der gleichen Brunst ) tragender Tiere dividiert durch Anzahl tragender Tiere.
Anzahl der Portionen der tragenden Tiere
PA =
Anzahl
tragender Tiere
Der PA bezieht sich also
ausschließlich auf tragende Tiere. Er gibt für tragende Tiere an, wie viele
Portionen für deren Trächtigkeit erforderlich waren.
Der Portionsindex gibt an, wie viel Portionen (Anzahl
Besamungen und Folgebesamung in
der gleichen Brunst ) insgesamt benötigt wurden, um eine Trächtigkeit zu
erzielen.
Anzahl der Portionen der tragenden + nichttragenden Tiere
PI =
Anzahl
tragender Tiere
Richtwerte:
- Bestand: 1,8 bis 2,0, -
Kühe: 2,0 bis 2,2, - Färsen: 1,5
Die PR gibt den prozentualen Anteil der Tiere an, die in
einer Brunstperiode (21 Tage) aus der EB tragend geworden sind, bezogen auf die
Tiere, die in diesem Zeitraum zur Brunstbeobachtung / Erstbesamung vorgesehen
waren.
Sie wird aus der Brunstnutzungsrate (BNR) und der Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen (TREB) nach folgender Formel berechnet:
Brunstnutzungsrate x Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen
PR = _______________________________________________
100
Richtwert : Über 20%
Richtwert: Bestand: 60 bis 85 Tage Kühe 42 bis 90 (115) Tage in Abhängigkeit von der Leistung und Körperkondition
Die prospektive Rastzeit (pRZ) ist ein Schätzwert für die zu erwartende Rastzeit der noch
nicht erstbesamten Kühe.
Sie wird tagaktuell für
noch nicht erstbesamte Kühe berechnet, die 42 Laktationstage p.p. überschritten
haben. Sie ergibt sich aus deren durchschnittlicher Anzahl Tage nach der
Kalbung plus 11 Tage (die 11 Tage entsprechen einem halben Zyklus). Es wird unterstellt,
dass alle diese Tiere im aktuellen Brunstzyklus (durchschnittlich 11 Tage nach
dem aktuellen Tagesdatum) erstbesamt werden.
Siehe auch
Physiologisch
bedingte Mindestrastzeit
Die Remontierungsrate gibt den Anteil der Färsen am
Durchschnittskuhbestand an, der für die Remontierung
der Herde eingesetzt wird.
(Erstkalbungen aus eigener Nachzucht + Erstkalbungen aus Färsenzukäufen)x 100
RMR
=
Die RMR kann zur Ermittlung der Reproduktion
aus eigener Nachzucht (RMR*) ermittelt
werden:
Erstkalbungen aus eigener Nachzucht x 100
RMR*
=
Die Reproduktionsrate gibt den Anteil der Kühe und
Färsen am
Durchschnittskuhbestand an,
der für die Regmontierung der Herde eingesetzt wird
(Erstkalbungen + Kuhzukäufe – Zuchtkuhverkäufe – Bestandsveränderungen) x 100
RR =
Teilweise wird die RR auch ohne Beachtung der Bestandsveränderungen ausgewiesen:
(Erstkalbungen + Kuhzukäufe – Zuchtkuhverkäufe ) x 100
RR* =
Bestandsveränderungen =
Jahresendbestand – Jahresanfangsbestand
Richtwert: Bestand maximal 33%
Ein Tier wird als tragend aus einer auswertbaren Besamung gewertet, wenn keine Nachbesamung (NB) erfolgte und kein negatives TU-Ergebnis vorliegt und kein Abgang wegen Unfruchtbarkeit vorliegt
.
In zentralen Auswertungen werden die Kennziffern zur Trächtigkeit erst ab 90 Tagen nach der betreffenden Besamung ermittelt.
Bei der Ermittlung der Non-Return-Rate werden die TU-Ergebnisse nicht berücksichtigt
Der TI entspricht dem Besamungsaufwand (BA)
Anzahl der Besamungen der tragenden Tiere
TI =
Anzahl
tragender Tiere
Es wird für die tragenden Kühe angegeben wie viel Besamungen für ihre Trächtigkeit erforderlich waren. Dabei bleiben die nichttragenden Kühe unberücksichtigt.
Analog dazu kann auch der Nichtträchtigkeitsindex (NTI) gebildet werden:
Anzahl der Besamungen der nicht tragenden Tiere
NTI =
Anzahl
nicht tragender Tiere
Er entspricht dem Besamungsaufwand für nicht tragende Tiere (BANT)
Trächtigkeitsrate aus
Erstbesamungen (TREB) oder
Konzeptionsrate (KR)
aus EB oder
Erstbesamungserfolg (EBE)
Die TREB kennzeichnet den Anteil der tragenden Kühe aus
auswertbaren Erstbesamungen an den
durchgeführten auswertbaren
Erstbesamungen (AEB).
Anzahl tragende Tiere aus auswertbaren EB x 100
TREB =
Anzahl Tiere mit auswertbaren EB
Als auswertbare EB werden alle EB von Tieren gezählt, die im Auswertungszeitraum liegen, die nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit), zu denen ein TU-Ergebnis vorliegt oder bei denen mindestens 90 Tage nach der EB vergangen sind.
Aus EB tragend sind Tiere gemäß der Definition Trächtigkeit.
Richtwerte: - Bestand:
über 55%, - Kühe: über 50%, -
Färsen: über 70 % .
Trächtigkeitsrate aus der Nachbesamung i (TRNBi) oder
Konzeptionsrate (KR)
Die TRNBi kennzeichnet den Anteil der tragenden Kühe aus
der auswertbaren Nachbesamung i im Verhältnis zu den Kühen mit der auswertbaren
Nachbesamung i.
Anzahl tragende Tiere aus der auswertbaren Nachbesamung i x 100
TRNBi =
Anzahl Tiere mit
der auswertbaren Nachbesamung i
Als Tiere mit der
auswertbaren Nachbesamung i werden die
Tiere gezählt, deren letzte Nachbesamung i im Auswertungszeitraum liegt, die
nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen
wegen Unfruchtbarkeit), zu denen ein TU-Ergebnis vorliegt oder bei denen mindestens
90 Tage nach der letzten Nachbesamung i vergangen sind.
TRNB1 bedeutet Trächtigkeitsrate aus der ersten Nachbesamung
TRNB2 bedeutet
Trächtigkeitsrate aus der zweiten Nachbesamung usw.
Trächtigkeitsrate gesamt (TRG)
Die TRG kennzeichnet den Anteil der tragenden Kühe aus
auswertbaren Besamungen im Verhältnis zu den Kühen mit auswertbaren Besamungen.
Anzahl tragende Tiere aus auswertbaren Besamungen x 100
TRG =
Anzahl Tiere mit auswertbaren Besamungen
Als Tiere mit auswertbaren Besamungen werden die Tiere gezählt, deren letzte Besamung im Auswertungszeitraum liegt, die nicht vor dem Feststellen der Trächtigkeit abgegangen sind (außer Abgängen wegen Unfruchtbarkeit) , zu denen ein TU-Ergebnis vorliegt oder bei denen mindestens 90 Tage nach der letzten Besamung vergangen sind.
Aus Besamungen tragend sind Tiere, gemäß der Definition Trächtigkeit.
Richtwerte: - Bestand: 80
bis 85 %, - Kühe: 75 bis 80 %, -
Färsen: 90 bis 95 %
Die unfreiwillige Wartezeit ist die Zeitspanne , die über
die freiwillige Wartezeit hinaus noch bis zur Erstbesamung benötigt wird.
Die Verzögerungszeit ist der Zeitraum (Tage)
zwischen der Erstbesamung und der Besamung, die zur Trächtigkeit führte.
Sie ist Null, wenn die Kuh aus der Erstbesamung tragend wird.
Sie entspricht der Summe der Zwischenbesamungszeiten ,wenn die Kuh nachbesamt wurde.
Richtwerte: - Bestand unter 25 Tage, - Kühe unter 30 Tage, - Färsen unter 20 Tage
Voraussichtliche Zwischenkalbezeit (vZKZ)
Die voraussichtliche Zwischenkalbezeit ist die Zeit zwischen der letzten Kalbung und der vorausberechneten kommenden Kalbung. Sie ist ein aktueller Schätzwert für die künftig zu erwartende Zwischenkalbezeit.
vZKZ = Datum der voraussichtlichen Kalbung – (Datum der letzten Kalbung –1)
Das Datum der voraussichtlichen Kalbung ergibt sich aus dem Datum der letzten wahrscheinlich zur Trächtigkeit führenden Besamung plus der durchschnittlichen Trächtigkeitsdauer von 281 Tagen (bei Niederungsrassen (SB).
Oder:
vZKZ = Güstzeit (GZ) + 281
Richtwerte: - Bestand: 365 bis 405 Tage - in Abhängigkeit von der Leistung
Wiederholungsbesamung (WB) –
oder Nachbesamung
Wiederbesamungsintervall (WBI) oder Zwischenbesamungszeit
Die Aufteilung der Zwischenbesamungszeit in zeitlich verschiedene
Intervalle entspricht den Wiederbesamungsintervallen.
Richtwerte: mindestens 50 % im Intervall von 18 bis 24 Tagen (zyklusgerechte Wiederbesamungen) Kühe mindestens 50 bis 60 %; Färsen mindestens 70 % *
Die Zwischenbesamungszeit ist die Zeit zwischen der
Erstbesamung und der folgenden Nachbesamung oder zwischen zwei
aufeinanderfolgenden Nachbesamungen (Doppelbesamungen, also
Folgebesamungen in der gleichen Brunst werden nicht berücksichtigt).
Richtwerte: Einzelkuh: 21- 35 Tage, Bestand: 30 – 35 Tage, Kühe: 35 Tage, Färsen: 50 Tage
Die ZBZ* kennzeichnet die Ermittlung der Zwischenbesamungszeit unter Einbeziehung der Konzeption aus der Erstbesamung. Für eine Kuh , die aus der Erstbesamung tragend wird, ist die ZBZ* = 0.
Die Aufteilung der
Zwischenbesamungszeit in zeitlich verschiedene Intervalle entspricht den
Wiederbesamungsintervallen (WBI).
Zwischenkalbezeit: (ZKZ)
Die Zwischenkalbezeit ist die Zeit zwischen
zwei aufeinanderfolgende Kalbungen.
Sie wird nur für die Kalbungen berechnet, deren
jüngstes Kalbedatum im Auswertungszeitraum liegt.
Richtwerte: 365 – 405
Tage
Wirtschaftlich optimale
Güstzeit (GZ)
und ZKZ:
Mkg GZ ZKZ
7500 85 365
8000 105 385
10000 125 405
Die Kosten je Tag verlängerter GZ bzw. ZKZ werden in
der Literatur
mit ca. 2 bis 4 € je Tag beziffert.
Abgangsrate (AR)
Abkalberate (AKR)
Besamungsindex
je Besamungstechniker
Folgebesamung in der gleichen Brunst
Physiologisch bedingte Mindestrastzeit
Trächtigkeitsrate
aus Erstbesamungen (TREB)
Trächtigkeitsrate aus der Nachbesamung i (TRNBi)
Trächtigkeitsrate gesamt (TRG)
Voraussichtliche Zwischenkalbezeit (vZKZ)
Wiederbesamungsintervall (WBI)